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Aufgaben und Anforderungen an einen Handballtorwart

Eine Mannschaft muss während des gesamten Spielverlaufs einen Spieler auf der Spielfläche als Torwart benennen. Allerdings kann er jederzeit, nach Auswechselung und Trikotwechsel, auch die Position eines Feldspielers einnehmen. Genauso kann ein Feldspieler jederzeit die Position des Torwarts einnehmen. Die Regel 5 Der Torwart, befasst sich ausschließlich mit den für den Torwart geltenden Regeln. Für die Torhüter gelten eine Reihe von Sonderregeln, insbesondere innerhalb des eigenen Torraumes. So darf der Torwart, zum Zwecke der Ballabwehr, im Torraum den Ball mit allen Körperteilen zu berühren. Dabei gelten für ihn im Torraum nicht die Drei-Sekunden-Regel (Regel 7:2), die Drei-Schritte-Regel (Regel 7:3), die Ball-tippen Vorschrift („Zweimal“) (Regel 7:4) und die mehrfache Ballberührung ohne Bodenkontakt des Balles (Regel 7:7). Verzögert er allerdings absichtlich das Abspiel des Balles, so können die Schiedsrichter auf Passives Spiel entscheiden.

Der Torwart kann jederzeit den Torraum ohne Ball verlassen und im Spielfeld mitspielen. Dann gelten für ihn die gleichen Regeln wie für jeden Feldspieler auch. Er darf den Torraum mit dem nicht unter Kontrolle gebrachten Ball verlassen und ihn im Spielfeld weiterspielen (Regel 5:4).

Er darf jedoch nicht den Torraum mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball verlassen, wenn ein Abwurf angepfiffen war (Regel 5:6). Wenn er sich im Torraum befindet darf er nicht einen außerhalb des Torraums am Boden liegenden oder rollenden Ball berühren (Regel 5:7) oder hereinholen (Regel 5:8). Auch darf er nicht mit dem Ball vom Spielfeld in den Torraum zurückgehen (Regel 5:9). Einen sich bereits in Richtung Spielfeld bewegenden oder im Torraum liegenden Ball darf er nicht mit dem Unterschenkel oder dem Fuß zu berühren (Regel 5:10). Bei einem Siebenmeter der gegnerischen Mannschaft darf er nicht die Torwartgrenzlinie (4-m-Linie) oder deren gedachte Verlängerung auf beiden Seiten überschreiten, bevor der Ball die Hand des Werfers verlassen hat (Regel 5:11).

Berührt der Torwart den Ball zuletzt bevor er ohne Torerfolg die Grundlinie überquert, bekommt der Torwart den Ball zum Abwurf aus dem eigenen Torraum zugesprochen. Überquert der Ball allerdings die Seitenauslinie, so bekommt die angreifende Mannschaft einen Einwurf.

Der Torhüter wird gelegentlich auch als 7. Feldspieler eingesetzt oder durch einen Feldspieler ersetzt. Meist geschieht dies kurz vor Ende eines Spiels, wenn die angreifende Mannschaft nach Toren knapp zurückliegt. Damit sollen die Chancen auf einen Sieg oder ein Unentschieden erhöht werden.

Die primäre Aufgabe des Handballtorwartes ist es zu verhindern, dass der Ball durch die gegnerische Mannschaft die eigene Torlinie im vollem Umfang überquert, das heißt, dass die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt. Bei gehaltenen oder verworfenen Bällen muss der Torwart im modernen Tempohandball möglichst schnell wieder ins Spiel bringen. Dadurch kann die eigene Mannschaft über Tempogegenstöße oder die sogenannte „zweite Welle“ zum Torerfolg kommen. Durch die schnelle Mitte können auch gegnerische Treffer, eingeleitet durch ein schnelles Zuspiel des Torwartes, gekontert werden. Gelegentlich kommen auch Torhüter selbst zum Torerfolg, beispielsweise indem sie den Ball über Spielfeld hinweg ins Tor des gegnerischen Torhüters werfen, wenn sich dieser zu weit vor seinem eigenen Tor aufhält. Johannes Bitter hat so in seinen 73 Länderspielen schon zwei Tore erzielen können.

Die Körperlänge ist gerade im Profibereich ein wichtiges Kriterium für einen Torhüter. Eine Grundregel lautet dabei zwar „je länger je besser“ (der verstorbene Bundesligatorhüter Dieter Bartke hatte eine Körperlänge von 2,16 m), jedoch können körperliche „Nachteile“ durch andere Eigenschaften oft mehr als nur kompensiert werden. Wieland Schmidt hat beispielsweise 1,85 und Henning Fritz 1,88 m Körperlänge. Wichtig sind schnelle Reflexe und eine schnelle Auffassungsgabe. Ganz besonders wichtig ist eine gewisse „Furchtlosigkeit“. Angst vor einem geworfenen Ball wäre für einen Torhüter absolut kontraproduktiv.

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