Die volkstümliche englische Bezeichnung für Eberraute ist „maiden’s ruin“, also Jungfernverderb, was auf die ihm nachgesagte Wirkung als Aphrodisiakum anspielt.
Wer die Liebe eines Mädchens gewinnen wollte, musste ihr unbemerkt einige Eberrautenzweige unter das Schürzenband stecken. Weil die Liebe aber nur angezaubert war, hält sie nur einige Jahre, um dann ins Gegenteil umzuschlagen. Vielleicht heißt die Pflanze deswegen auch im Englischen „Kiss-me-quick-and-go“.
Wer sonntags befürchtete, während der Kirchenpredigt einzuschlafen, sollte einige Zweige der Eberraute mit sich tragen, denn ihr Duft hält während der längsten Predigt munter.
Carl von Linné beschrieb diese Art 1753 in seinem Werk Species Plantarum. Carl Ludwig Willdenow beschrieb sie 1818 erneut unter dem Namen Artemisia procera. Da der zuerst beschriebene Name gültig ist, ist dieser Name ein Synonym.