Die Myxomatose (Kaninchenpest) ist eine durch das Leporipoxvirus myxomatosis oder Myxomatosevirus (Pockenvirus) ausgelöste Viruserkrankung, die fast ausschließlich unter Haus- und Wildkaninchen auftritt, selten kommt die Erkrankung auch bei Feldhasen vor.
Die Übertragung des Virus findet am häufigsten indirekt durch stechende, blutsaugende Insekten statt, in Deutschland vor allem durch die Rheinschnake. Ein wirksamer Mückenschutz ist deshalb gerade bei industrieller Tierhaltung wichtig. Eine erhöhte Insektenpopulation der Vektoren in feuchtwarmen Sommern und im Herbst führt zu einem gehäuften Auftreten der Erkrankung in diesen Jahreszeiten.
Ferner kann das Virus durch direkten Kontakt von Tier zu Tier durch Beschnuppern und Schleimhautkontakt übertragen werden. Auch eine indirekte Übertragung durch viruskontaminierte Gegenstände oder Futter ist möglich. Im Verlauf eines epidemischen Zyklus, an dessen Beginn meist ein hochvirulenter Virusstamm steht und eine Sterblichkeit von bis zu 100 % nach sich zieht, kommt es zunehmend zu milderen oder atypischen Verläufen durch Abschwächung und Anpassung des Virus an die Wirte.
Das ursprünglich aus Südamerika stammende Myxomatosevirus ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Nach Australien wurde es absichtlich zur Kontrolle der dortigen Kaninchenpopulation eingeführt.