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Weblinks

Philosophiebibliographie: Philosophie des Geistes – Zusätzliche Literaturhinweise zum Thema

  • Uwe Meixner (Hg.): Zur Geschichte der Philosophie des Geistes, De Gruyter, Berlin, ISBN 3-11-017405-7 . Sammelband mit Beiträgen zur Geschichte von der Antike bis ins 20. Jahrhundert
  • Rudolf Hildebrand: Geist, Niemeyer, Halle, 1926 Klassische und ausführliche Auseinandersetzung mit dem Begriff des Geistes
  • John Searle: Geist. Eine Einführung, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2006, ISBN 3-518-58472-3. Kurze Einführung in das Thema von einem bekannten Gegenwartsphilosophen
  • Ansgar Beckermann: Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes., De Gruyter, Berlin u.a., 2001, ISBN 3-11-017065-5. Ausführlichste deutschsprachige Einführung in die Philosophie des Geistes

  • Werner Treß: Wider den undeutschen Geist. Bücherverbrennung 1933. Berlin: Parthas Verlag 2003, ISBN 3-932529-55-3

  • Eric Kandel: Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2006 ISBN 3-518-58451-0 Populärwissenschaftliches Buch des Nobelpreisträgers zu Neurowissenschaflichen und psychoanalytischen Themen
  • Hartmann Hinterhuber: Die Seele. Natur- und Kulturgeschichte von Psyche, Geist und Bewusstsein, Springer, Wien, 2001 ISBN 3-211-83667-5 Historischer Blick auf verschiedene Wissenschaftsdisziplinen
  • Jean E. Charon: Der Geist der Materie, Ullstein Sachbuch, 1982, ISBN 3-548-34074-1 Charon ist theoretischer Physiker

  • Artikel Geist und Pneuma. in: Lexikon für Theologie und Kirche.
  • Artikel Geist. in: Religion in Geschichte und Gegenwart.

  1. ↑ von griechisch πνέω pnéo oder pneío für: wehen, blasen, hauchen, aushauchen, atmen. "pneuma" bedeutet demnach: Hauch, Luftstrom (auch Fahrwind, sogar Duft) sowie Atem und Leben wie bei psyche (s.u.), ähnlich wie dort auch Mut, aber auch Feuer (wohl "inneres" wie in "feuriges Temperament" oder "feuriger Mensch").
    Bemerkenswerter noch erscheint der Ausdruck griechisch ἱερόν πνεῦμα (h)ieròn pneuma (wörtl. heiliges pneuma). Nach dem "Griechisch-Deutschen Schul- und Handwörterbuch" von Wilhelm Gemoll, "dem Gemoll" bedeutet er nicht, wie naheliegen würde, "Heiliger Geist", sondern Verzückung ("Entrückung") und Besessenheit, der Ausdruck ἐν πνεύματι en pnéumati denn auch in Ekstase (oder "außer sich" bzw. in Trance) sein (Der christliche Ausdruck "Hl. Geist" wird nach dem Gemoll mit τό ἅγιον πνεῦμα "pneuma tò [h]ágion" wiedergegeben mit "[h]ágion" für das Heilige, Heiligste, Allerheiligste, wobei in christlich-religiösen Zusammenhängen "pneuma" auch Engel heißen kann.)
  2. ↑ oder griechisch νόος nóos (s. Noologie) – von *snó[w]os für (Gesichts-)Sinn (lat. sensus) aus idg. *sent- für: gehen (und reisen, fahren). Der große Duden gibt in Band 7 Herkunftwörterbuchs der Deutschen Sprache im Eintrag "Sinn" für die Wurzel *sent-, auf die auch lat. "sentire" wahrnehmen, fühlen empfinden zurückgeht, die noch ältere Bedeutung eine Fährte suchen (sc. mit den Augen) an.
    griechisch νοέειν noéein bedeutet daher (im Unterschied zum mehr gefühlsmäßigen wahrnehmen, das mit lat. 'sentire' gemeint ist) offensichtlich per Sehsinn wahrnehmen, bemerken und erkennen, auch "geistig erkennen" sowie – selbst im Deutschen – ein-"sehen" (sc. mittels visueller Vorstellungen - s. Colin McGinn's Abhandlung "Mindsight/Das geistige Auge" 2004/2007), darüber auch denken in allen Formen wie an etwas denken, ausdenken, bedenken und erdenken, ersinnen, "nous" oder "noos" dann also Aufmerksamkeit ("auf etwas richten" - wie die Augen!), sodann Rück-"Sicht", in den Sinn (kommen) – etwa in Form eines "vor das innere Auge Tretens" u.ä.; von daher dann vor allem das Vermögen geistiger Wahrnehmung (s. Über-"blick"!), Ein-"sicht", An-"sicht" und Ver-stand, Vernunft (von vernehmen!), sogar Vermögen des Wollens, Ab-"Sicht" bis hin zu Empfindungsvermögen, Gesinnung, Sinnesart, Gemüt und Herz bis zu Seele (ganz ähnlich wie bei psyche; s.a. Julian Jaynes Noos in seiner psychohistorischen Studie Die Entstehung des Bewußtseins 1993 S. 327-329)
  3. ↑ von dem Verb griechisch ψύχειν psýchein" für: atmen, hauchen, blasen, auch (ab)kühlen, erkalten, trocknen.
    Psyche bedeutet demnach zuerst Atem, (Atem)Hauch, dann aber auch Atem als Lebensprinzip, (Zeichen von) Lebenskraft, ja Leben überhaupt. Weiterhin stand psyche bei den Griechen auch für den Schatten von Toten nach dem "Verlust des Lebens" (eine Vorstellung, die später mit animistischen Seelenvorstellungen vermengt wurde, so dass psyche heute auch "Seele" bedeuten kann).
    Im einzelnen steht psyche für folgende, überwiegend oder ausschließlich der Eigen- oder Selbstwahrnehmung zugängliche Lebenserscheinungen wie Denkvermögen, Verstand und Klugheit, sodann Gemüt, Herz(haftigkeit) sowie Mut, Sitz der Leidenschaften, Begehrungsvermögen, Lust und Appetit bis hin zur Bezeichnung oder Umschreibung der (ganzen) Person, des Wertvollsten und Kostbarsten (womit die Grundlage moderner Psychologie recht gut angegeben wäre; vgl. zum ganzen auch Julian Jaynes Psyche in Die Entstehung des Bewußtseins 1993 S. 329-331 u. 350-356)
  4. ↑ von lat. "spirare" für: wehen, hauchen, seufzen, brausen, schnauben, ausatmen, leben, (aus)duften, ausatmen, aushauchen, erfüllt, beseelt sein, dichten – (s. Spirometer); "spiritus" steht von daher für Luft, Hauch, Atem und Atmen, Atemzug, Lebenshauch, Seufzer, Leben, Anhauch, Mut, Hochmut, Übermut, Stolz und Sinn sowie Gesinnung, Begeisterung - oder Geist - bis hin zu dichterischem Schaffen...
  5. ↑ zum ebenso reichen Bedeutungshorizont dieses lat. Wortes s. bei Mens (engl. mind) den "Hinweis" in der Anmerkung;
  6. ↑ im Unterschied zur davon weit abweichenden Verwendung der Wörter "Animus und Anima" bei C.G. Jung geht lat. animus auf den Atem als solchen zurück - und weniger wie spiritus sowie pneuma und psychä auf die Bezeichnung der Aktivität zu atmen; etymologisch steht "animus" mit griechisch ἄνεμος ánemos für: Wind und Sturm in Zusammenhang
  7. ↑ nach Der große Duden geht "Geist" etymologisch auf die idg. Wurzel *gheis- zurück. Interessanterweise wird damit ursprünglich auch hier nichts im heutigen Sinn Geistiges gemeint, sondern in diesem Fall eine emotionale(!) Reaktion, und zwar die des – psychologisch gesehen bemerkenswerten und für uns Menschen wortwörtlich "eigenartigen" – Erschauderns oder Ergriffenseins, des Erregt- oder Aufgebrachtseins.
    Der historische Wandel der Bedeutung von "Geist", nach dem es heute möglich ist, von "geistigen Vorgängen" wie Wahrnehmen, Erinnern, Vorstellen, Träumen, Phantasieren und anderen Formen des Denkens zu sprechen, dürfte mit Umständen und Zusammenhängen zu tun haben, die Julian Jaynes in seinem epochalen Werk "Der Ursprung des Bewusstseins" schildert (s. dort vor allem II/5 "Das intellektuelle Bewußtsein der Griechen. S. 311-356).
    Nach dem Philosophen und Wissenschaftstheoretiker Dirk Hartmann (in "Philosophische Grundlagen der Psychologie" S. 80f) wird "Geist" heute ähnlich wie Zeit, Raum, Stoff oder Materie u.ä. Allgemeinbegriffe am besten als sog. "Reflexionsterminus" verstanden: ein Wort, "mit dem eine Kategorisierung bestimmter Aussagen" angezeigt werden soll; er schlägt a.a.O. daher vor, "Geist" im wissenschaftlichen Sprachgebrauch auf die Kennzeichnung von "Aussagen über Kognitionen" zu beschränken (und damit von Emotionen, den umgangssprachlich sog. "gefühlsmäßigen Reaktionen" oder dem "Gefühlsleben" der Alltagspsychologie zu unterscheiden).
  8. ↑ Hellmut Bock: Anglo-American Common Sense and German Geist, in: American Quarterly, 1956, S. 155–165
  9. ↑ zu dem weitreichenden psychoevolutionären Hintergrund der hier (auch) sprachhistorisch aufscheinenden Zusammenhängen s. Julian Jaynes' "Der Ursprung des Bewusstseins" (komplett als pdf-Datei; Seitenangaben mit Orig. nicht identisch)
  10. ↑ Übersetzung des Ps. 33, zitiert im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm
  11. ↑ Max Weber: Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus 1904
  12. ↑ Julius Stenzel: Zur Entwicklung des Geistbegriffs in der griechischen Philosophie (1956), abgedruckt in Um die Begriffswelt der Vorsokratiker / (von Kurt Rietzler u.a.) ; hg. von Hans-Georg Gadamer. - Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1968. (Wege der Forschung ; 9)
  13. ↑ Anaximenes: DK 13 B 2
  14. ↑ G. Verbeke, Geist. II. Pneuma, in: Joachim Ritter u.a. (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 3, Basel 1974, Sp. 154–166
  15. ↑ Francesco Moiso: Geist. 2. Begriffsgeschichte. 2.1 'Pneuma' und die anderen griechischen Wörter, in: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie, Hamburg 1999, S. 434 f.
  16. ↑ Aristoteles: De An. III, 4, 429 a 22 f.
  17. ↑ Christoph Horn/Christof Rapp: Vernunft/Verstand. II. Antike, in: Joachim Ritter u.a. (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 11, Basel 2001, Sp. 749–764
  18. ↑ Augustinus: De animae quantitate 13.
  19. ↑ Thomas von Aquin: Summa theologiae I, 76, 2.
  20. ↑ René Descartes: Meditationes de prima philosophia, 1641
  21. ↑ Saul Kripke, Naming and Necessity, Blackwell Pub., Oxford, 1981 ISBN 0-631-12801-8
  22. ↑ David Chalmers: The conscious Mind, Oxford, Oxford University Press, 1997, ISBN 0-19-511789-1
  23. ↑ Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort. MEW 13, S. 9, 1859.
  24. ↑ Emil Heinrich du Bois-Reymond: Über die Grenzen des Naturerkennens, Vortrag, 1872
  25. ↑ Wilhelm Dilthey: Einleitung in die Geisteswissenschaften, 1863
  26. ↑ Edmund Husserl: Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie. Erstes Buch: Allgemeine Einführung in die reine Phänomenologie 1913
  27. ↑ Die Klassiker sind hier: Ullin Place: Is Consciousness a Brain Process? in: British Journal of Psychology, 1956 und John Smart: Sensations and Brain Processes in: Philosophical Review, 1956.
  28. ↑ Thomas Nagel: What is it like to be a bat? In: The Philosophical Review, 1974, S. 435–450
  29. ↑ Günter Bierbrauer. (2005), Sozialpsychologie, ISBN 3-17-018213-7
  30. ↑ John R. Anderson / Christian Lebiere: The atomic components of thought, Erlbaum, 1998, ISBN 0-8058-2816-8
  31. ↑ Sigmund Freud: Das Ich und das Es, 1923
  32. ↑ Ausnahmen werden beschrieben in: Haynes, J-D., Rees, G: Decoding mental states from brain activity in humans, in: Nature Reviews Neuroscience 7, 2006, S. 523–534 und Kreiman, G., Koch, C. & Fried, I. Category-specific visual responses of single neurons in the human median temporal lobe., in: Nature Neuroscience 3, S. 946–953
  33. ↑ So etwa bei Augustinus, „De vera religione“ 39
  34. ↑ So anscheinend bei Meister Eckhart, „Von der Stadt der Seele
  35. ↑ In diese Tradition lassen sich auch Texte einreihen wie Angelus Silesius, „Erstes Buch“ 6. Kap.
  36. ↑ M. de Certeau: Art. Mystique in: Encyclopédie Universalis; ders: Le corps folié: mystique et folie aux XVIe et XVIIe siècles», in La Folie dans la psychanalyse, Payot, 1977, 189–203 hat dies zu analysieren und erklären versucht.

  • Artikelliste zur Philosophie des Geistes aus der Stanford Encyclopedia of Philosophy
  • Kommentierte Linkliste zu Kognitionswissenschaft, Neurophilosophie, Philosophie des Geistes, Psychologie von buecherei.philo.at
  • Portal zur gegenwärtigen Forschung zu Geist und Gehirn von sciencedaily
  • Mindpapers Bibliographie von David Chalmers zu Themen der Philosophie des Geistes, der Kognitionswissenschaften und der Bewusstseinstheorie mit mehr als 18.000 Titeln

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